Richard Hofmann – »König Richard«, der Torjäger von Meerane
Mit 24 Toren in 25 Länderspielen gehört Richard Hofmann zu den treffsichersten deutschen Nationalspielern der Vorkriegszeit. Bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam ist er mit vier Toren – drei gegen die Schweiz, eines gegen Uruguay – der herausragende deutsche Torschütze des Turniers. Die Fachpresse nennt ihn »König Richard«.
Von Meerane nach Dresden
Richard Hofmann wird am 8. Februar 1906 in Meerane, Sachsen, geboren. Er ist mit 1,68 Metern eher klein, gilt aber als Mittelstürmer mit donnernden Schüssen aus beiden Füßen. Von 1922 bis 1927 spielt er für SpVgg Meerane 07, danach wechselt er zum Dresdner SC, für den er bis 1947 aufläuft: 337 Spiele, 226 Tore. Später, nach dem Krieg, spielt er noch für BSG Hainsberg.
Für die Nationalmannschaft bestreitet Hofmann zwischen 1927 und 1933 fünfundzwanzig Länderspiele und erzielt 24 Tore. Er erzielt Hattricks gegen die Schweiz (1927), Schweden (1929), England (1930), Dänemark (1931) und Finnland (1932); sein Dreierpack gegen England 1930 gilt als der erste Hattrick eines kontinentaleuropäischen Spielers gegen die englische Nationalmannschaft. Viermal führt er die deutsche Elf als Kapitän an.
Vier Tore bei Olympia 1928
Beim Olympiaturnier 1928 in Amsterdam schießt Hofmann drei Tore beim 4:0-Sieg gegen die Schweiz und ein weiteres beim 1:4 gegen Uruguay – vier von fünf deutschen Turniertoren stammen von ihm. Im Uruguay-Spiel wird er wie sein Mannschaftskapitän Hans Kalb vom Platz gestellt und danach für ein Jahr für Länderspiele gesperrt.
1930 verliert Hofmann nach einem Autounfall sein rechtes Ohr. Die Verletzung beeinträchtigt sein Gleichgewichtsgefühl, er spielt danach mit einem Schutz über dem Ohr weiter – und trifft weiterhin für die Nationalmannschaft.
Meister in der Kriegszeit, Trainer in der DDR
Mit dem Dresdner SC wird Hofmann 1943 und 1944 Deutscher Meister und gewinnt 1940 und 1941 den Tschammerpokal (den Vorläufer des DFB-Pokals). Nach 1947 wechselt er zu BSG Hainsberg und wird später Trainer bei Lok Stendal in der DDR. Richard Hofmann stirbt am 5. Mai 1983 in Freital. In seiner Geburtsstadt Meerane ist das Richard-Hofmann-Stadion nach ihm benannt. Sein Sohn Bernd wurde ebenfalls Fußballprofi.
Richard Hofmann auf einen Blick
Geboren: 8.2.1906 in Meerane
Gestorben: 5.5.1983 in Freital
Vereine: SpVgg Meerane 07 (1922–1927), Dresdner SC (1927–1947, 337 Spiele/226 Tore), BSG Hainsberg (nach 1947)
Position: Mittelstürmer
Titel: Deutscher Meister 1943, 1944; Tschammerpokal 1940, 1941 (Dresdner SC)
Bilanz: 25 Länderspiele, 24 Tore (1927–1933), Olympiateilnehmer 1928 mit 4 Toren
Beruf: Kaufmännisch ausgebildet; später Trainer
Nationalspieler Nr.: 103
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Weitere Olympiateilnehmer 1928:
Quellen
Hinweis zum Forschungsstand: Rasenpoesie-Forschungsdossier, Master-ID 103, Olympia-1928-Block online abgeglichen, Stand 30.09.2026.