Ludwig Goldbrunner – »Lutte«, der Stopper des FC Bayern
Im Januar 1934 hat ein Zeitungsmann sein Urteil über Ludwig Goldbrunner schon gefällt: ein guter Schaffer, »aber keinesfalls ein Mittelläufer nationalen Formats«. Man werde sich für diesen Posten »um einen anderen Mann umtun müssen«. Das schreibt das »Darmstädter Tagblatt« am 15. Januar, einen Tag nach Goldbrunners zweitem Länderspiel. Es folgten noch 37 weitere. Bis zum Oktober 1940 steht der Münchner 39-mal im Nationaltrikot, spielt bei Olympia und bei einer Weltmeisterschaft und gehört zur »Breslau-Elf«. Das Lexikon von 1939 fragt, wer es für möglich gehalten hätte, dass Reichstrainer Nerz »den besten Stopper des Kontinents« ausgerechnet aus der offensivsten deutschen Vereinself hervorzaubere.
»1932 beim deutschen Endspiel Bayern – Eintracht hieß es: in der Meisterelf ist eigentlich (inmitten von beinahe lauter Internationalen) nur der Mittelläufer weniger bekannt … Heute ist Bayern = Goldbrunner!«
Ein Münchner Kind
Ludwig Goldbrunner wird am 5. März 1908 in München geboren, sein Spitzname ist »Lutte«. Wie er zum FC Bayern kommt, erzählen die Quellen verschieden. Die Wikipedia schreibt, schon als Neunjähriger habe er sich dem Verein angeschlossen. Das Lexikon von 1939 nennt als Vereine die Sportfreunde München und Bayern München, Olympedia und Schulze-Marmeling lassen ihn 1927 von den Sportfreunden zu Bayern wechseln. In allen Fassungen stimmt das Jahr 1927: Da rückt er in die erste Mannschaft auf. Olympedia gibt 175 Zentimeter und 72 Kilo an.
Gleich in der ersten Saison wird Bayern Süddeutscher Meister, mit Ludwig Hofmann, Emil Kutterer und Josef Pöttinger in der Elf. Trainer ist in dieser Saison nach der Wikipedia Konrad Weisz. In der Endrunde 1928 schlägt die Mannschaft am 8. Juli in Halle Wacker 3:0 und vier Tage später im Münchner Heinrich-Zisch-Stadion an der Grünwalder Straße Sülz 07 5:2. Das Halbfinale am 22. Juli im Duisburger Wedaustadion gegen den Hamburger SV geht 2:8 verloren, zur Pause hatte es noch 1:1 gestanden. Dem HSV gehören Ali Beier, Tull Harder, Hans Lang und Walter Risse an.
1932: Meister mit dem unbekannten Mittelläufer
Vier Jahre später klappt es. Die Endrunde beginnt am 8. Mai 1932 mit einem 4:2 gegen Minerva 93 Berlin im Münchner Stadion an der Grünwalder Straße. Am 22. Mai gewinnt Bayern in Leipzig, im Wacker-Stadion, das Viertelfinale gegen den Polizei SV Chemnitz 3:2, zur Pause hatte es 3:1 gestanden. Das Halbfinale am 29. Mai in Mannheim gewinnt Bayern 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg, und am 12. Juni 1932 folgt das Endspiel im Nürnberger Städtischen Stadion, vor 55.000 Zuschauern, geleitet von Alfred Birlem. Bayern schlägt Eintracht Frankfurt 2:0. Oskar Rohr trifft per Elfmeter (36.), Franz Krumm (75.). Die Eintracht hatte Bayern sechs Wochen zuvor im süddeutschen Endspiel besiegt. Die Meisterelf: Lechler; Heidkamp, Haringer; Nagelschmitz, Goldbrunner, Breindl; Bergmaier, Krumm, Rohr, Schmid, Welker. Trainer ist nach der Wikipedia Richard Dombi, neben Goldbrunner tragen Sigmund Haringer, Conny Heidkamp und Oskar Rohr die Elf. Eine Wiederholung gelingt in Goldbrunners Zeit nicht mehr. Die Wikipedia beschreibt Goldbrunner als Abwehrdirigenten mit ausgezeichnetem Kopfballspiel, der für das »WM-System« wie geschaffen war. Schulze-Marmeling schreibt, er habe enorm von seinen ausländischen Bayern-Trainern profitiert.
Nerz holt den Stopper, die Presse zweifelt
Am 19. November 1933 debütiert Goldbrunner in Zürich beim 2:0 gegen die Schweiz. Er tritt nach der Wikipedia die Nachfolge des Fürthers Ludwig Leinberger an und ist einer von vier Debütanten, neben Fritz Eiberle, Ernst Lehner und Matthias Heidemann. Das Tagblatt findet die drei Läufer am nächsten Tag »ziemlich ebenbürtig«.
Zwei Monate später, am 14. Januar 1934 in Frankfurt, spielt er beim 3:1 gegen Ungarn in der Mitte der Läuferreihe, zwischen Richard Oehm und Rudolf Gramlich. Hier fällt das Urteil mit dem »nationalen Format«. Am WM-Lehrgang im Mai 1934 nimmt er nach der Wikipedia teil, in den Kader für Italien wird er aber nicht berufen. Sein drittes Länderspiel bestreitet er erst am 27. Januar 1935 in Stuttgart, wieder gegen die Schweiz, als Vertreter für Reinhold Münzenberg. Bei Schnee gewinnt Deutschland 4:0, und das Tagblatt notiert: »Goldbrunner stellte Frigerio vollkommen kalt.« Frigerio ist der schweizerische Mittelstürmer. In der Läuferreihe stehen neben ihm Gramlich und der Berliner Hans Appel.
1935: Der Stopper wird Stammspieler
Das Jahr 1935 bringt neun von Goldbrunners Länderspielen, und das Tagblatt liest bei mehreren mit. Auf das 6:1 in Brüssel am 28. April, bei dem vier Neulinge debütieren (Lenz, Damminger, Schulz, Munkert), kommentiert die Zeitung am 29. April knapp: »in der Läuferreihe genügten Gramlich und Goldbrunner allen Anforderungen«. Zehn Tage später, am Mittwoch, dem 8. Mai, steht er in Dortmund beim 3:1 gegen Irland. Das Tagblatt meldet am 9. Mai etwa 40.000 Zuschauer und schreibt: »In der Läuferreihe war Goldbrunner der beste Mann, Bender und Zielinski genügten aber auch den Anforderungen.« Damit zeigt die deutsche Bilanz 47 Siege, 21 Unentschieden und 43 Niederlagen. Die Elf, die da aufläuft, ist Buchloh; Janes, Tiefel; Zielinski, Goldbrunner, Bender; Lehner, Lenz, Siffling, Damminger, Fath. Gegenüber der Brüsseler Elf war sie stark verändert: Nach »De Telegraaf« vom 1. Mai blieben nur die Stürmer und Goldbrunner übrig.
Am 26. Mai kommt die Tschechoslowakei, es wird ein 2:1 mit Mühe. Der Belgier Langenus pfeift, Torwart Hans Jakob hält einen Elfmeter von Sobotka, und die Tschechen müssen die letzten 17 Minuten zu zehnt spielen. Das Tagblatt vom 27. Mai lobt Jakob als »besten Mann« und hat bei Goldbrunner nur einen Satz: Er habe »von Anfang bis zum Ende zufriedenstellend« gearbeitet. Anderswo klingt es kräftiger. In der zweiten Halbzeit, als die Mannschaft ermattet, behalten nach dem Bericht nur »der robuste Goldbrunner und Jakob« weiter den Kopf oben.
Das Urteil vom Januar 1934, er sei kein Mittelläufer nationalen Formats, steht damit im Jahr 1935 in den Spielberichten nicht mehr. Schulze-Marmeling eröffnet sein Kurzporträt Jahrzehnte später mit dem Satz »An ›Lutte‹ kam keiner vorbei«, auch nicht der Franzose Nicolas, der Belgier Braine oder der Italiener Piola. Ob das für Piola stimmt, sehen die zeitgenössischen Zeitungen anders, dazu gleich.
Duelle mit den besten Mittelstürmern
Das Lexikon zählt auf, wem er »binnen zwei Jahren« im Zweikampf gegenüberstand: Camsell (England), Langara (Spanien), Martinsen (Norwegen), Armstrong (Schottland), Piola (Italien), Sobotka (Tschechoslowakei), Bakhuys (Holland), Nicolas (Frankreich) und Braine (Belgien). Er habe keinen dieser Zweikämpfe verloren, heißt es, die meisten mit Ruhm gewonnen. Nur Piola sei ihm »einigemale ›aus’kommen‹«, sagte Goldbrunner selbst in Anerkennung seines Gegners, samt »Herrgottsakra«, so das Lexikon.
Zwischen den Duellen liegt die Enttäuschung von Berlin. Bei Olympia 1936 gewinnt Deutschland am 4. August 9:0 gegen Luxemburg und verliert drei Tage später 0:2 gegen Norwegen, Goldbrunners 15. Länderspiel. Am 25. April 1937 in Hannover bildet er erstmals mit den beiden Schweinfurtern Albin Kitzinger und Andreas Kupfer die Läuferreihe, die drei Wochen später auch in Breslau aufläuft.
Die niederländischen Zeitungen, die in Delpher nachzulesen sind, schauen bei einigen dieser Spiele genauer hin und widersprechen sich dabei. Ein Überblick, jeweils mit Datum:
- 4. Dezember 1935, London, 0:3 gegen England. Die Volkskrant schreibt am 5. Dezember, die deutsche Abwehr aus Münzenberg, Haringer und Goldbrunner habe in der ersten Halbzeit »zo uitstekend« gespielt, dass Jakob trotz englischer Überlegenheit nur zwei gefährliche Bälle halten musste, und nennt Goldbrunner, »de derde back«, ebenfalls »een uitstekende partij«. Die Telegraaf vom selben Tag sieht es anders. Unter der Überschrift »Geen ›stopper‹« heißt es, der Mittelläufer Goldbrunner sei kein Stopper gewesen, »zooals men aanvankelijk van Duitsche zijde had verklaard«.
- 15. November 1936, Berlin, 2:2 gegen Italien. Drei Minuten sind gespielt, da gewinnt Pasinati ein Duell gegen Goldbrunner, spielt nach innen, Jakob läuft heraus, und Colaussi köpft ins leere Tor (Volkskrant, 16.11.1936). Piola, so die Nieuwe Apeldoornsche courant, wird trotzdem »zwaar door Goldbrunner gedekt«. Der Schwede Eklöv pfeift vor 100.000 Zuschauern.
- 31. Januar 1937, Düsseldorf, 2:2 gegen die Niederlande. Goldbrunner hängt an Bakhuys, nach dem Nieuws van den dag (2. Februar) »als een klit«, das Limburgsch dagblad lobt, er habe sich »den geheelen wedstrijd« seiner Aufgabe »voortreffelijk« entledigt. Fünf Minuten vor Schluss prallen Goldbrunners Kopf und Bakhuys' Schuh beim Kopfball aufeinander. Goldbrunner blutet aus der Nase und verlässt das Feld, Fritz Szepan übernimmt nach dem Bericht der Indische courant die Aufgabe »schildwacht van Bakhuys«. Die Sumatra Post schreibt in der Überschrift: »Goldbrunner heeft Bakhuys losgelaten en het is 1-1.« Am 12. Februar meldet die Volkskrant einen doppelten Nasenbeinbruch, die Heilung verlaufe wie gewünscht, in drei Wochen sei er wieder spielbereit.
- 25. April 1937, Hannover, 1:0 gegen Belgien. Mehrere Blätter drucken dieselbe Meldung: Raymond Braine sei vom deutschen Spil Goldbrunner »geschaduwd« worden, der dem belgischen Star »geen gelegenheid gaf zijn spel te ontplooien«. Die Volkskrant nennt 56.000 Zuschauer, das Nieuwsblad van Friesland 60.000.
- 20. Juni 1937, Amsterdam, Westeuropa – Zentraleuropa 1:3. Dazu unten, nach Breslau.
- 14. Mai 1938, Berlin, 3:6 gegen England. De Maasbode und De Tijd schreiben, bei Englands 2:1 nach 26 Minuten sei Robinson durchgelaufen und Goldbrunner »kon hem niet houden«. Die Telegraaf vom 15. Mai schreibt, Goldbrunner habe Goulden schießen lassen, Jakob habe den Ball nur vor die Füße von Bastin geboxt.
Das Bild ist also weniger glatt als im Lexikon. Bei Bakhuys und Braine lobt ihn die Presse, in Berlin gegen Piola auch. Bei England 1935 und 1938 und in Amsterdam gehen die Urteile auseinander.
Der große Tag: Breslau, 16. Mai 1937
Drei Wochen nach Hannover, an einem Sonntag um 16 Uhr, kommt Dänemark nach Breslau, ins Stadion, das auf dem Programmheft Hermann-Göring-Stadion heißt. Die Dänen sind nach der Wikipedia seit November 1935 in vier Spielen unbesiegt, die deutsche Elf hat die beiden letzten Länderspiele nur mit Mühe 1:0 gewonnen. Der Reichstrainer heißt Sepp Herberger, mit Otto Nerz als Referent für die Nationalmannschaft. Im Tor steht Hans Jakob, davor Paul Janes und Münzenberg, in der Mitte Goldbrunner.
Ernst Lehner trifft in der 7. Minute. Dann kommt Otto Siffling: In der 33., 40., 44., 48. und 65. Minute schießt er fünf Tore. Adolf Urban (70.) und Fritz Szepan (78.) machen das 8:0 voll. Die Wikipedia beschreibt ein schnelles Spiel, in dem sich alle ständig bewegen und den Ball in kurzen Pässen weitergeben, das deutsche Tor ist selten in Gefahr. Vor rund 40.000 Zuschauern ist es die höchste Niederlage der dänischen Nationalmannschaft. Für Schulze-Marmeling war es sicher Goldbrunners größtes Spiel.
Nach Breslau: Amsterdam, 20. Juni 1937
Fünf Wochen nach Breslau, am 20. Juni 1937, steht Goldbrunner in der Auswahl von Westeuropa, die in Amsterdam gegen Zentraleuropa spielt. Dazu gehören mit Piola, Meazza, Sarosi, Sas, Andreolo, Schmaus, Sesta und Olivieri. Schiedsrichter ist Jewell aus England. Westeuropa spielt, nach den Aufstellungen der Zeitungen, mit Jakob; Paverick und Caldenhove, nach anderen Blättern Janes und Caldenhove, als Verteidiger; Kitzinger, Goldbrunner, Delfour in der Läuferreihe; Lehner, Braine, Bakhuys, Smit und van den Eynde. Die Zeitungen weichen in der Verteidigung voneinander ab. Zentraleuropa gewinnt 3:1, Bakhuys erzielt kurz vor Schluss den einzigen Treffer der Westauswahl.
Die niederländische Presse ist sich über Goldbrunner nicht einig. Die Urteile, alle vom 21. Juni 1937:
- De Telegraaf: »De Italiaan Piola maakt Goldbrunner onschadelijk!« In der Spielbeschreibung heißt es, Goldbrunner habe »vanmiddag feitelijk niet meegespeeld«. Die Kolumne zieht den Schluss, der Stopper sei »het verkeerde antwoord tegen den waarlijk goeden middenvoor«.
- Het nieuws van den dag voor Nederlandsch-Indië: »Een uitmuntende stopperspil, deze Goldbrunner, en toch: hoezeer wist Piola hem telkens weer te passeeren.«
- Limburgsch dagblad unter der Überschrift »Backhuys kon niet in de schaduw van Piola staan«: Goldbrunner, der speziell Piola bewachen sollte, habe sich dieser Aufgabe als Stopper »uitstekend« entledigt.
- Nieuwe Tilburgsche Courant: Braine, Kitzinger, Goldbrunner und Smit hätten »uitstekend voldaan«.
Dasselbe Spiel, Urteile von »unschädlich gemacht« bis »hervorragend«. Der Torfolge nach, so lesen es die Berichte, entsteht das 2:0 nach einem Dribbling Piolas gegen Goldbrunner: Piola »ontloopt Goldbrunner« und passt auf Sas, der den Ball über den herauslaufenden Jakob hebt (Indische courant, 21.6.1937).
Im Juni 1937 siegt Deutschland in der WM-Qualifikation 2:0 in Finnland. Am 21. November 1937 gewinnt Deutschland das WM-Qualifikationsspiel in Hamburg 5:0 gegen Schweden.
1938: Wien, Paris und der Abschied
Am 3. April 1938 steht Goldbrunner im Wiener Praterstadion in der »Deutschen Reichsmannschaft«, die beim sogenannten Anschlussspiel gegen das »Gau Österreich« antritt. Drei Wochen zuvor, am 12. März 1938, war die Wehrmacht in Österreich einmarschiert, für den 10. April war die Volksabstimmung angesetzt, und dem Spiel kam laut Wikipedia aus nationalsozialistischer Sicht große Bedeutung zu. Schiedsrichter ist wieder Alfred Birlem, vor 60.000 Zuschauern, und Österreich gewinnt 2:0 durch Tore von Matthias Sindelar (62.) und Karl Sesta (70.), so die Angaben des Wien Geschichte Wiki. Die Reichsmannschaft stand mit Jakob; Janes, Münzenberg; Kupfer, Goldbrunner, Kitzinger; Lehner, Gellesch, Berndt, Gauchel, Fath auf dem Platz. Das Spiel zählt nicht zu den 39 offiziellen Länderspielen. Danach muss Herberger für die WM in Frankreich Spieler aus Deutschland und Österreich in einer Elf mischen. Goldbrunner gehört zum Kader, im Auftaktspiel gegen die Schweiz verzichtet Herberger nach Schulze-Marmeling auf ihn und Szepan. Im Wiederholungsspiel am 9. Juni in Paris nimmt er die Position von Hans Mock ein. Deutschland verliert 2:4 und scheidet aus. Es ist sein 32. Länderspiel.
Danach spielt er noch weiter: 1939 in Brüssel (4:1), Florenz (2:3) und Oslo (4:0), im September 1939 in Budapest (1:5) und am 6. Oktober 1940 wieder dort (2:2). Zwischen Budapest 1939 und Budapest 1940 liegt für ihn eine Pause von gut einem Jahr. Die »Deutsche Zeitung in den Niederlanden«, ein deutsches Blatt im besetzten Land, schreibt am 15. Oktober 1940, bei der neuen Aufstellung müsse man über Goldbrunner ein Wort sagen: Er sei »meines Erachtens viel zu früh« anderen gewichen, die weder seine Fähigkeiten noch seine Zuverlässigkeit hätten, und man freue sich, dass »Lutte« wieder dabei sei, der sich schon gegen die Ungarn ausgezeichnet habe. Am 20. Oktober 1940 in München verabschiedet sich der Kapitän beim 7:3 gegen Bulgarien aus der Nationalmannschaft, es ist sein 39. Länderspiel. Olympedia zählt drei davon als Kapitän. Sein Nachfolger auf der Mittelläuferposition wird Hans Rohde vom Eimsbütteler TV. Mit der Gauauswahl Bayern gewinnt er nach der Wikipedia den Adolf-Hitler-Pokal 1933 und den Reichsbundpokal 1940, das Endspiel 1939 geht 1:2 gegen Schlesien verloren.
Spielertrainer, Ehrenmitglied, Kühlhausmeister
Von 1937 bis 1941 ist Goldbrunner Mannschaftskapitän des FC Bayern, von 1938 bis 1943 Spielertrainer. Nach dem Krieg wechselt er zum TSV 1860, bestreitet in der Saison 1945/46 sieben Oberligaspiele und trainiert den Verein bis 1949. 1949/50 betreut er den ASV Dachau, später sitzt er im Spielausschuss von Bayern und wird Ehrenmitglied des Vereins. Beruflich ist er nach Olympedia städtischer Beamter und zuletzt für das Kühlhaus des Münchner Schlacht- und Viehhofs zuständig. Er stirbt am 26. September 1981 in München.
Ludwig Goldbrunner auf einen Blick
Geboren: 5.3.1908 in München
Gestorben: 26.9.1981 in München
Vereine: Sportfreunde München (Jugend, nach Lexikon und Olympedia), FC Bayern München (1927–1945), TSV 1860 München (1945/46)
Position: Mittelläufer (Stopper)
Beruf: städtischer Beamter, zuletzt Kühlhausmeister im Schlacht- und Viehhof (Olympedia)
Erfolge: Süddeutscher Meister 1928, Deutscher Meister 1932, Olympia 1936, WM-Teilnehmer 1938, Gauauswahl Bayern: Reichsbundpokal 1940
Trainer: FC Bayern (Spielertrainer 1938–1943), TSV 1860 (1945–1949), ASV Dachau (1949/50)
Bilanz: 39 Länderspiele (25 Siege, 6 Remis, 8 Niederlagen), 0 Tore, 1933–1940
Länderspiele
- 19.11.1933 Schweiz – Deutschland 0:2 – Debüt
- 14.01.1934 Deutschland – Ungarn 3:1
- 27.01.1935 Deutschland – Schweiz 4:0
- 28.04.1935 Belgien – Deutschland 1:6
- 08.05.1935 Deutschland – Irland 3:1
- 26.05.1935 Deutschland – Tschechoslowakei 2:1
- 27.06.1935 Norwegen – Deutschland 1:1
- 18.08.1935 Deutschland – Finnland 6:0
- 15.09.1935 Deutschland – Polen 1:0
- 20.10.1935 Deutschland – Bulgarien 4:2
- 04.12.1935 England – Deutschland 3:0
- 23.02.1936 Spanien – Deutschland 1:2
- 27.02.1936 Portugal – Deutschland 1:3
- 04.08.1936 Deutschland – Luxemburg 9:0 (Olympia, Berlin)
- 07.08.1936 Deutschland – Norwegen 0:2 (Olympia, Berlin)
- 27.09.1936 Tschechoslowakei – Deutschland 1:2
- 14.10.1936 Schottland – Deutschland 2:0
- 17.10.1936 Irland – Deutschland 5:2
- 15.11.1936 Deutschland – Italien 2:2
- 31.01.1937 Deutschland – Niederlande 2:2
- 21.03.1937 Deutschland – Frankreich 4:0
- 25.04.1937 Deutschland – Belgien 1:0
- 02.05.1937 Schweiz – Deutschland 0:1
- 16.05.1937 Deutschland – Dänemark 8:0
- 29.06.1937 Finnland – Deutschland 0:2 (WM-Qualifikation)
- 29.08.1937 Deutschland – Estland 4:1 (WM-Qualifikation, Königsberg)
- 24.10.1937 Deutschland – Norwegen 3:0
- 21.11.1937 Deutschland – Schweden 5:0 (WM-Qualifikation)
- 20.03.1938 Deutschland – Ungarn 1:1
- 24.04.1938 Deutschland – Portugal 1:1
- 14.05.1938 Deutschland – England 3:6
- 09.06.1938 Deutschland – Schweiz 2:4 (WM, Paris, Wiederholungsspiel)
- 18.09.1938 Deutschland – Polen 4:1
- 29.01.1939 Belgien – Deutschland 1:4
- 26.03.1939 Italien – Deutschland 3:2
- 22.06.1939 Norwegen – Deutschland 0:4
- 24.09.1939 Ungarn – Deutschland 5:1
- 06.10.1940 Ungarn – Deutschland 2:2
- 20.10.1940 Deutschland – Bulgarien 7:3
Quellen
- Wikipedia: Ludwig Goldbrunner
- Wikipedia (englisch): Ludwig Goldbrunner
- Olympedia: Ludwig Goldbrunner
- RSSSF: Ludwig Goldbrunner, International Appearances
- DFB-Datencenter: Ludwig Goldbrunner, Spielerprofil
- Wikipedia: Breslau-Elf
- Schulze-Marmeling: Die Geschichte der Fußball-Nationalmannschaft
- Die Deutschen Nationalspieler (1939), Verzeichnis
- Darmstädter Tagblatt, 20. November 1933
- Darmstädter Tagblatt, 15. Januar 1934
- Darmstädter Tagblatt, 28. Januar 1935
- Darmstädter Tagblatt, 29. April 1935 (Belgien – Deutschland 1:6)
- Darmstädter Tagblatt, 9. Mai 1935 (Deutschland – Irland 3:1)
- Darmstädter Tagblatt, 27. Mai 1935 (Deutschland – Tschechoslowakei 2:1)
- Wikipedia: Deutsche Fußballmeisterschaft 1931/32
- Wikipedia: Deutsche Fußballmeisterschaft 1927/28
- Wikipedia: Versöhnungsspiel (Deutschland – Österreich, 3. April 1938)
- Wien Geschichte Wiki: Anschlussspiel
- Delpher, De Telegraaf, 1. Mai 1935 (Elf gegen Irland)
- Delpher, De Volkskrant, 5. Dezember 1935 (England – Deutschland)
- Delpher, De Telegraaf, 5. Dezember 1935: »Geen ›stopper‹«
- Delpher, De Volkskrant, 16. November 1936 (Deutschland – Italien)
- Delpher, Nieuwe Apeldoornsche courant, 16. November 1936
- Delpher, De Indische courant, 1. Februar 1937 (Deutschland – Niederlande)
- Delpher, De Sumatra post, 1. Februar 1937
- Delpher, De Volkskrant, 12. Februar 1937 (Nasenbeinbruch)
- Delpher, De Volkskrant, 26. April 1937 (Deutschland – Belgien)
- Delpher, De Telegraaf, 21. Juni 1937 (Westeuropa – Zentraleuropa)
- Delpher, Het nieuws van den dag voor Nederlandsch-Indië, 21. Juni 1937
- Delpher, Limburgsch dagblad, 21. Juni 1937
- Delpher, Nieuwe Tilburgsche Courant, 21. Juni 1937
- Delpher, Deutsche Zeitung in den Niederlanden, 15. Oktober 1940
- Delpher, De Indische courant, 21. Juni 1937
- Delpher, De Maasbode, 15. Mai 1938 (Deutschland – England)
- Delpher, De Telegraaf, 15. Mai 1938