Fritz Eiberle – ein Löwe in der Nationalelf
Die Münchner Löwen führen am 14. Juni 1931 im Endspiel um die deutsche Meisterschaft 2:1 gegen Hertha BSC, am Ende verlieren sie 2:3. Nach der Wikipedia fallen die beiden entscheidenden Berliner Tore aus Abseitsstellung, der Schiedsrichter habe in beiden Fällen die Fahne des Linienrichters ignoriert. In Köln steht in der Läuferreihe der Münchner auch Fritz Eiberle. Gut zweieinhalb Jahre später steht er in Zürich in der Nationalelf. Es ist sein einziges Länderspiel.
»… nur Eiberle, dem übrigens die Schweizer ein etwas zu hartes Spiel vorwarfen, stand um eine Kleinigkeit nach.«
Goldschmied aus Würzburg
Fritz Eiberle wird am 17. September 1904 in Würzburg geboren. Die Wikipedia nennt ihn einen gelernten Goldschmied, das Lexikon »Die Deutschen Nationalspieler« von 1939 führt ihn als Außenläufer und nennt als Vereine den Würzburger FV 04 und den TSV 1860 München. Zur Runde 1930/31 kommt er vom unterklassigen Würzburger FV zu den Münchner Löwen, die in der Bezirksliga Bayern, Gruppe Südbayern spielen. Dort hat gerade der frühere Nationalspieler Max Breunig sein zweites Traineramt angetreten. Die Läuferreihe aus Ludwig Stock, Alois Pledl und dem Neuzugang aus Würzburg wird nach der Wikipedia rasch zu einem Erfolgsgaranten der Mannschaft.
1931: bis ins Finale
In der Bezirksliga wird 1860 Zweiter hinter dem FC Bayern. In den süddeutschen Endrundenspielen der Zweit- und Drittplatzierten setzt sich die Mannschaft dann mit 26:2 Punkten und 70:21 Toren aus 14 Spielen vor dem 1. FC Nürnberg durch. Es folgen Qualifikationsspiele gegen Phönix Ludwigshafen und die Endrunde um die deutsche Meisterschaft: am 17. Mai ein 4:1 gegen den Meidericher SV, eine Woche später ein 1:0 gegen Tennis Borussia Berlin, am 31. Mai im Duisburger Wedaustadion ein 2:0 gegen Holstein Kiel. Die Kieler haben einen kompletten Nationalspielerangriff, mit Kurt Voß, Oskar Ritter, Johannes Ludwig, Werner Widmayer und Franz Esser. Gegen Tennis Borussia und gegen Kiel galten Eiberle und seine Kollegen nach der Wikipedia nicht als Favorit. Nach dem DFB-Datencenter bestreitet er vier Endrundenspiele, drei Siege und die Niederlage im Finale.
Das Endspiel am 14. Juni 1931 im Müngersdorfer Stadion vor 50.000 Zuschauern geht 2:3 (2:1 zur Pause für München) verloren. Oeldenberger trifft für 1860 in der 24. Minute, Hanne Sobek gleicht in der 44. aus, Lachner bringt München vor der Pause wieder in Führung. In der zweiten Halbzeit schießen Sobek (75.) und Willi Kirsei (89.) Hertha zum Titel. Die Münchner Abwehr mit Riemke, Schäfer, Wendl, Stock, Pledl und Eiberle hält den nach der Wikipedia nicht in Bestform spielenden Meister lange in Schach. Auf der anderen Seite spielt in der Läuferreihe der Berliner Hans Appel, der später mit ihm in der Nationalelf steht.
In der Saison 1932/33 zieht 1860 als süddeutscher Vizemeister erneut in die Endrunde ein, Eiberle fehlt verletzt. 1933/34 wird 1860 in der erstmals ausgespielten Gauliga Bayern wieder Vizemeister, diesmal hinter dem 1. FC Nürnberg.
Der große Tag: Zürich, 19. November 1933
Am Sonntag, dem 19. November 1933, spielt Deutschland in Zürich gegen die Schweiz, ein Freundschaftsspiel mit Blick auf die WM in Italien im nächsten Jahr. Reichstrainer Otto Nerz bringt nach der Wikipedia vier Debütanten: Ludwig Goldbrunner, Eiberle, Ernst Lehner und Matthias Heidemann. Eiberle spielt wie im Verein linker Außenläufer, mit seinen 1860-Kameraden Josef Wendl in der Abwehr und Ludwig Lachner im Sturm. Nach dem Tagblatt kommen 10.000 Menschen von auswärts, 15.000 Zuschauer füllen den Platz der Grasshoppers über sein Fassungsvermögen hinaus, weitere 10.000 hätten das Spiel gern gesehen. Vor dem Anpfiff ehrt der Schweizer Verband seinen Stürmer Max Abegglen für seinen 50. Länderspieleinsatz.
Die erste Halbzeit bleibt torlos. In der 72. Minute fällt nach einem Gedränge nach einer Ecke das 1:0 durch Karl Hohmann, das 2:0 in der 85. Minute schreibt das DFB-Datencenter Lachner zu, das Tagblatt einem Eigentor des Schweizers Hufschmid. Das Tagblatt lobt, die süd- und westdeutschen Spieler hätten sich »zu einer glücklichen Einheit« zusammengefunden, und nennt die drei Läufer »ziemlich ebenbürtig«. Das einzige Aber gilt Eiberle, der um »eine Kleinigkeit« hinter den Kollegen Goldbrunner und Rudolf Gramlich bleibt. Die Schweizer hätten ihm ein etwas zu hartes Spiel vorgeworfen. Das ist das Urteil eines einzelnen Blattes am Tag danach.
Danach nichts mehr
Zwei Wochen später, am 3. Dezember 1933, spielt Deutschland in Berlin gegen Polen. Die Läuferreihe heißt jetzt Paul Janes, Hans Appel und Jakob Bender. Das Tagblatt findet ihren Gesamteindruck »nicht so gut« wie den der Läuferreihe von Zürich. Eiberle gehört nicht mehr dazu, zu weiteren Länderspielen wird er nicht mehr berufen. Aus beruflichen Gründen beendet er im Sommer 1934 seine Laufbahn im höherklassigen Fußball. Er stirbt am 22. September 1987, den Sterbeort nennen die Quellen nicht.
Fritz Eiberle auf einen Blick
Geboren: 17.9.1904 in Würzburg
Gestorben: 22.9.1987 (Ort nicht angegeben)
Vereine: Würzburger FV 04, TSV 1860 München (1930–1934)
Position: Außenläufer (linker Läufer)
Beruf: Goldschmied (Wikipedia)
Erfolge: Deutscher Vizemeister 1931
Bilanz: 1 Länderspiel (1 Sieg), 1933
Länderspiele
- 19.11.1933 Schweiz – Deutschland 0:2 – Debüt und einziges Länderspiel