Fritz Fürst – der dritte Bayer vor dem Krieg

In unserer Zählung der deutschen Nationalspieler, sortiert nach Debüt und Aufstellung, trägt Fritz Fürst die Nummer 100. Eine runde Zahl, zu der er eher zufällig kam: Er stand beim Länderspiel am 18. Mai 1913 in Freiburg in der Mitte des Sturms, als Debütant, gemeinsam mit dem Fürther Hans Schmidt. Es blieb sein einziges Länderspiel. Über den Menschen Fritz Fürst wissen die Quellen wenig. Über seinen Verein und diesen einen Nachmittag in Freiburg etwas mehr.

Fritz Fürst · München 1891 bis 1954
Fritz Fürst · München 1891 bis 1954

»Stammposten: Mittelstürmer / Beruf: Angestellter.«

— Die deutschen Nationalspieler, 1939

Vom Turnverein zum FC Bayern

Fritz Fürst kommt am 3. Juli 1891 in München zur Welt. Mit dem Fußball fängt er beim FC Bavaria 1899 an. Dann spielt er in der Fußballabteilung der Vereinigten Turnerschaft München. 1909, mit 18, wechselt er zum FC Bayern.

Der FC Bayern ist damals ein junger Verein, erst 1900 gegründet. Mit Fürst im Kader wird er 1910 Bayerischer und Südbayerischer Meister, 1911 wieder Bayerischer Meister. In der süddeutschen Endrunde reicht es beide Male zu Platz zwei. Laut Wikipedia hatte der FC Bayern vor dem Ersten Weltkrieg nur drei Nationalspieler: Rechtsaußen Max Gablonsky, Torwart Ludwig Hofmeister – und Fritz Fürst.

Der große Tag: Freiburg (Mai 1913)

Am 18. Mai 1913 spielt Deutschland in Freiburg gegen die Schweiz. Es ist das erste Länderspiel in der Stadt. Gespielt wird auf dem Platz des Freiburger FC, 10.000 Zuschauer sind da. Kapitän ist Eugen Kipp, auf Rechtsaußen stürmt Karl Wegele, halbrechts der Freiburger Heinrich Mechling, halblinks Kipp, links Julius Hirsch. In der Mitte: Fürst. In der Läuferreihe gibt ein 19-jähriger Fürther sein Debüt, Hans Schmidt, den sie »Bumbes« nennen.

Die Schweizer, aufgestellt von der Schiedsrichterkommission ihres Verbandes, gehen früh in Führung. In der 10. Minute trifft Pierre Collet, in der 25. Otto Märki. Kurz vor der Pause verkürzt Kipp auf 1:2. In der zweiten Halbzeit fallen keine Tore mehr. Deutschland verliert.

Wie Fürst an diesem Tag spielte, ist in den geöffneten Quellen nicht überliefert. Die IFFHS-Zeitschrift Libero druckt ein Mannschaftsfoto: elf Männer in weißen Hemden mit dem Adler auf der Brust, darunter die Zeile: »Diese Elf unterlag am 18. Mai 1913 in Freiburg den Schweizern 1:2.« Fürst steht darauf zwischen Bumbes Schmidt und Heinrich Mechling.

Nach 1914

Bis 1914 spielt Fürst für den FC Bayern. Was danach kommt, ist nur in Bruchstücken überliefert. Zum 25-jährigen Vereinsjubiläum erhält er laut Wikipedia die Silberne Jubiläums-Ehrennadel. Im Mai 1937 beantragt er die Aufnahme in die NSDAP und wird rückwirkend zum 1. Mai 1937 aufgenommen, Mitgliedsnummer 4.824.414. So steht es, gestützt auf die Mitgliederkartei im Bundesarchiv, bei Wikipedia.

Fritz Fürst stirbt am 8. Juni 1954. Wo, verraten die Quellen nicht.

Fritz Fürst auf einen Blick

Geboren: 3.7.1891 in München
Gestorben: 8.6.1954
Vereine: FC Bavaria 1899 München, Vereinigte Turnerschaft München, FC Bayern München (1909–1914)
Position: Mittelstürmer
Titel: Bayerischer Meister 1910 und 1911, Südbayerischer Meister 1910
Bilanz: 1 Länderspiel, 0 Tore (1913)
Beruf: Angestellter
Nationalspieler Nr.: 100 (Debüt 18. Mai 1913 in Freiburg gegen die Schweiz)

Länderspiele

Quellen

Wikipedia: Fritz Fürst · Die deutschen Nationalspieler (1939) · Libero D3 · Kicker-Almanach 1996 · Kicker-Almanach 1959 · DFB-Datencenter: Deutschland – Schweiz 1913 · FFC-History: Spielstätten · Sport1: Typisch Freiburg