Fritz Buchloh – der Mülheimer im Tor, der Ballgefühl vor Wucht stellte
Neujahrstag 1933, Bologna. Deutschland liegt gegen Italien zurück, Hans Jakob hat sich im Gesicht und an der Schulter verletzt und muss raus. Für ihn kommt ein junger Torwart vom VfB Speldorf, der einen Monat zuvor in Düsseldorf debütiert hat. Am nächsten Tag lobt das »Darmstädter Tagblatt« beide Torleute: Jakob und Buchloh hätten »ihre Extraklasse« bewiesen.
Es ist der Anfang einer langen Wechselgeschichte. Fritz Buchloh und Hans Jakob lösen sich in der Nationalelf ab, der eine mit Ballgefühl, der andere mit Wucht, und im Lexikon von 1939 heißen sie »die ewigen Rivalen und Freunde«. Siebzehn Länderspiele kommen für Buchloh zusammen. Zu zwei Weltmeisterschaften wird er mitgenommen oder auf Abruf gehalten. Gespielt hat er dort nie.
»Fritz Buchloh besaß ein ausgeprägtes Ballgefühl, er ähnelte in seiner ganzen Art mehr dem Stil des Frankfurters Kreß.«
Ein Primaner im Speldorfer Tor

Friedrich Hermann Buchloh wird am 26. November 1909 in Mülheim an der Ruhr geboren. Sein Verein ist der VfB Speldorf aus dem gleichnamigen Mülheimer Stadtteil, bei Olympedia mit der Jahreszahl 1919 geführt. Dort fängt er nicht im Tor an, sondern, so Olympedia, als Verteidiger und Stürmer, bevor jemand sein Torwarttalent entdeckt. Ab der Runde 1927/28 hütet nach der Wikipedia der Gymnasiast das Tor der ersten Mannschaft. Das Lexikon »Die Deutschen Nationalspieler« von 1939 nennt ihn einen »Primaner-Torwart« und führt als Beruf Stadtsekretär. Olympedia beschreibt ihn als Verwaltungsangestellten in der Heimatstadt.
Der VfB war am 19. Januar 1919 als Nachfolger der Vorkriegsvereine SC Preußen Speldorf und BV Rheinland Speldorf gegründet worden (Wikipedia). Gespielt wurde auf dem Sportplatz Am Blötter Weg. Buchloh galt, so die Wikipedia, als energischer Torhüter mit gutem Stellungsspiel und starken Reflexen, eher berechnend als ein Showman.
Der Verein ist nicht groß. Bis 1933 spielt Speldorf in der Bezirksliga Niederrhein, danach in der zweitklassigen Bezirksklasse unterhalb der Gauliga Niederrhein. Die Meisterschaft der Bezirksklasse gewinnt Buchloh 1934/35 und 1935/36, beide Male scheitert der Aufstieg in die Gauliga. Dass einer, der nie in der höchsten Klasse spielt, Nationaltorwart wird, liegt an den Auswahlspielen. Die Wikipedia nennt als frühen Einsatz ein Bundespokalspiel am 13. Oktober 1929 in Dortmund, 1:4 für Westdeutschland gegen Norddeutschland, mit Ernst Kuzorra und Fritz Szepan im Angriff. Das Lexikon schreibt dagegen, er sei in der West-Elf »mit einem 5:2 gegen Süd« gestartet; welches Spiel gemeint ist, bleibt offen. Insgesamt zählt Bitter nach der Wikipedia 25 Spiele für Westdeutschland, 18 für den Niederrhein und drei für Berlin. Olympedia kommt auf 46 Auswahlspiele, das passt zusammen.
Zwischen Kreß und Jakob
Als er 1932 in den Kreis des Reichstrainers Otto Nerz rückt, ist der Torwartplatz besetzt. Willibald Kreß hält seit Jahren das Tor, 1932 fällt er aus und wird gesperrt, und Hans Jakob springt ein. Das Lexikon erzählt, Buchloh und Jakob hätten ihren ersten Lehrgang bei Nerz gemeinsam als Anfänger verbracht. Beide pendeln danach zwischen Nationalelf und Bank, und »zweimal mußten sie sich innerhalb eines Länderspieles wegen Verletzungen ablösen«. Einmal war es Bologna, einmal Lissabon 1936.
Auch der Stil ist verschieden. Das Lexikon rühmt Buchlohs »fein ausgeprägtes Ballgefühl« und das Greifen des Balles »selbst im Flug«. Es beschreibt eine Torwartart »mehr auf Stil als auf Härte«, die »manches Unmögliche möglich macht, aber auch manches leicht Mögliche verschenkt«. Die Wikipedia gibt Bausenwein so wieder: Während Jakob als hart und wuchtig galt, glänzte der ruhige Buchloh mit lässiger Eleganz.
Sein Länderspieldebüt fällt auf den 4. Dezember 1932 im Düsseldorfer Rheinstadion, 0:2 gegen die Niederlande. Das Tagblatt findet, er habe anfangs unsicher gewirkt, sich dann aber von der besten Seite gezeigt und sei an beiden Gegentoren unschuldig gewesen. Das zweite fiel, so die Haagsche Courant vom 5. Dezember 1932, als Adam den Ball nach einem missglückten Schuss von Bonsema mit einem sanften Tipp an Buchloh vorbeischob. Vier Wochen später folgt Bologna, davon handelt der Anfang dieser Seite. Im Oktober 1933 steht er in der ersten Nationalelf, die ausschließlich aus westdeutschen Spielern besteht: Sechs Spieler kommen vom frischgebackenen Meister Fortuna Düsseldorf, dazu Hohmann und Rasselnberg aus Benrath, Busch aus Duisburg, Hundt aus Essen und Buchloh aus Speldorf. Schulze-Marmeling erinnert daran, dass Sepp Herberger seit August 1932 als Verbandstrainer des Westdeutschen Spielverbands arbeitete und einen Großteil dieser Spieler entdeckt oder gefördert hatte. In Duisburg gewann die Elf 8:1 gegen Belgien. Das Tagblatt hält fest, Buchloh, Hundt und Busch hätten »kaum einen Fehler« gemacht.
Zwei Wochen später, am 5. November 1933, kam Norwegen nach Magdeburg, zum ersten Länderspiel der Stadt. Auf dem Platz von Cricket-Viktoria standen 40.000 Zuschauer, Deutschland führte zur Pause 2:0. Dann verlor die Elf den Faden, Kvammen traf in der 64. Minute, und drei Minuten später schoss Juve einen Freistoß durch die Mauer zum 2:2. Hier lobt das Tagblatt Buchloh am deutlichsten: Die Deutschen könnten »von großem Glück sagen«, dass sie wenigstens ein Unentschieden behielten, und »lediglich Buchloh« sei es zu danken, dass die Norweger den dritten und siegbringenden Treffer nicht erzielten. Am 11. März 1934 folgte in Luxemburg das 100. Länderspiel des DFB und sein erstes in einer WM-Qualifikation. Es regnete, vor 15.000 Zuschauern gewann Deutschland 9:1, vier Tore schoss der Benrather Rasselnberg.
Für die WM 1934 nimmt Nerz dann Kreß und Jakob. Buchloh nimmt nach der Wikipedia am Lehrgang vom 7. bis 19. Mai teil und gehört, so Schulze-Marmeling, zu denen, die »auf Abruf« bereitstehen. Für das Auswahlspiel Westdeutschland – Luxemburg am 29. April 1934 in Trier meldeten niederländische Zeitungen ihn als Torwart. Einige Monate später, am 9. September in Warschau, steht er beim 5:2 gegen Polen wieder im Tor. Die niederländische Vorabmeldung vom 29. August nannte vor ihm Janes und Busch, Münzenberg in der Mitte und Lehner, Siffling, Hohmann, Szepan und Fath im Angriff. Das Tagblatt schreibt am Tag darauf: »Buchloh fand nicht viel Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Das zweite Tor hätte er vielleicht vermeiden können.« Deutschland liegt in Warschau zwischenzeitlich 1:2 hinten und dreht das Spiel mit vier Toren zwischen der 77. und 83. Minute.
Im Oktober 1934 in Kopenhagen (5:2 gegen Dänemark) hält er nach dem Tagblatt einige scharfe Schüsse ausgezeichnet, wirkt aber auch ein paarmal unsicher. Beim 4:0 gegen die Schweiz am 27. Januar 1935 in Stuttgart waren nach demselben Blatt »Busch und Buchloh ebenfalls in bester Form«.
Der große Tag: Amsterdam, 17. Februar 1935
Drei Wochen später kommt die Partie, in der Buchloh beinahe den Sieg festhält. Deutschland reist nach Amsterdam ins Olympiastadion, Rudolf Gramlich führt als Kapitän, Schiedsrichter ist der Schwede Carl Olsson. Nach dem DFB-Datencenter sind es 31.000 Zuschauer, das Tagblatt schreibt von 40.000, darunter 5.000 Deutsche, die in Sonderzügen anreisen. Das Wetter ist herrlich.
Die erste Szene gehört den Deutschen. Nach dem DFB sind erst zwei Minuten gespielt, da schießt Edmund Conen nach einem Steilpass Gramlichs ins Eck. In der 9. Minute (Tagblatt: 12.) erhöht Stanislaus Kobierski auf 2:0. In derselben Phase hat Buchloh zu tun: Der niederländische linke Flügel taucht nach einem Fehler von Erwin Stührk frei vor dem Tor auf, Buchloh läuft heraus und wird angeschossen. Zwei Minuten später dasselbe, wieder wehrt er ab. Kurz vor der Pause kann er einen weiten Ball, dem Smit und Bakhuys wuchtig nachsetzen, nach dem Tagblatt nur »durch Robinsonade« retten. Einmal fängt er einen Kopfball von Vente, danach stürmen Vente und Smit auf ihn zu. Beim Zusammenprall mit dem Torwart wurden, so Het Volk vom 18. Februar 1935, beide Niederländer verletzt.
Nach der Pause dreht sich das Bild. Die Niederländer stellen sich auf das deutsche System ein, Bakhuys trifft in der 49. Minute zum 1:2, Kick Smit gleicht in der 54. zum 2:2 aus. Buchloh wehrt in der 25. Minute nach dem Wechsel einen Schuss von Smit zu kurz ab, der Nachschuss des eingewechselten Drok (im Tagblatt: Brok) prallt an die Latte. Fünf Minuten später wehrt er wieder schwach ab, Bakhuys schießt über das Tor. Dann kippt das Spiel: Erst in der letzten Viertelstunde, so das Tagblatt, »fielen die Holländer ihrem unheimlichen Tempo zum Opfer«. Conen umspielt drei Gegner und passt zu Karl Hohmann, der aus fünfzehn Metern das 3:2 schießt (83. Minute nach dem DFB, zehn Minuten vor Schluss nach dem Tagblatt).
Das Tagblatt zieht danach Bilanz: »In der deutschen Mannschaft war Buchloh sehr gut, er hat nicht zuletzt Anteil an dem knappen Sieg. Zwar wehrte er manchmal schwach ab, das ließ sich jedoch bei seiner Arbeitsüberlastung nicht vermeiden.« Lob mit Klammer, so lobt man Torwarte meistens.
Köln, Stockholm, Lissabon
Eine Woche nach Amsterdam erwischte es ihn selbst. Am Sonntag, dem 24. Februar 1935, spielte Speldorf in der Meisterschaft gegen Rot-Weiss Essen. Nach niederländischen Meldungen vom 25. bis 27. Februar stürmte der gegnerische Mittelstürmer allein auf Buchloh zu, der sich ihm furchtlos vor die Füße warf, die Situation rettete und mit einer schweren Verletzung liegen blieb. Er musste ins Krankenhaus, wahrscheinlich war die Schulter betroffen, und er werde einige Wochen nicht spielen können (Nieuwe Haarlemsche Courant, 26. Februar 1935; Volkskrant und Nieuwe Tilburgsche Courant sprechen von einem ernsten Unglück). Das nächste Länderspiel stand erst am 8. Mai an, und da war er wieder im Tor.
Der Frühling 1935 bringt zwei Spiele in vier Tagen. Am 8. Mai gewinnt Deutschland in Dortmund 3:1 gegen Irland, nach der Wikipedia führt Buchloh dabei die Elf als Kapitän aufs Feld, das Tagblatt erwähnt es nicht. Das Blatt meint nur, den ersten irischen Treffer hätte er halten müssen. Am 12. Mai verliert die Elf in Köln vor 74.000 (DFB) bzw. 75.000 (Tagblatt) Zuschauern 1:2 gegen Spanien. Conen trifft früh, dann gleicht Langara aus, als Buchloh beim Abfangen mit ihm zusammenprallt und der Spanier am Boden den Ball unter die Latte bringt. Das zweite Tor kurz vor der Pause fällt nach einem wenig platzierten Schuss, den Buchloh nach dem Tagblatt »entgleiten« lässt. Die niederländische Meldung vom 13. Mai sieht es ähnlich: Er habe den Ball nicht richtig weggeboxt, und Langara habe wenig Mühe gehabt. Am Schluss ist die Zeitung dennoch nicht einseitig: Die Unsicherheit von Janes und Busch sei auf Buchloh »übergegriffen, sonst wäre der zweite Treffer nicht möglich gewesen. Andererseits hielt der Speldorfer einige sehr kitzlige Bälle.«
Am 30. Juni verliert die Elf in Stockholm 1:3 gegen Schweden, nach dem Tagblatt vor allem wegen der größeren Härte der Gastgeber in der Abwehr. Danach folgen zwei 4:2-Siege, am 25. August in Erfurt gegen Rumänien und am 20. Oktober in Leipzig gegen Bulgarien. Zum Bulgarienspiel schreibt das Tagblatt, er habe »nicht allzu viel zu tun« gehabt, den ersten Treffer hätte er vielleicht verhindern können.
Am 27. Februar 1936 steht er noch einmal in Lissabon im Tor. Deutschland führt nach dem DFB bis zur 52. Minute 3:0 und siegt 3:1, Buchloh geht in der 58. Minute für Hans Jakob vom Platz; die Wikipedia nennt die 56. Minute und einen verletzungsbedingten Wechsel. Es ist der zweite der Wechsel, von denen das Lexikon spricht. Nach der niederländischen Meldung vom 28. Februar kam der Ersatz Jakob mit verbundener Hand, die er sich wenige Tage zuvor im Spiel in Barcelona verletzt hatte. Das einzige portugiesische Tor fiel nach derselben Meldung eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff, als Jakob schon im Tor stand. Bei den Olympischen Spielen im August in Berlin steht er im Achtelfinale am 4. August im Poststadion vor 12.000 Zuschauern beim 9:0 gegen Luxemburg im Tor, im Viertelfinale am 7. August vor 55.000 am selben Ort beim 0:2 gegen Norwegen ist es Jakob. Sein letztes Länderspiel bestreitet er am 13. September 1936 in Warschau, 1:1 gegen Polen. Die Volkskrant sah die Polen im ersten Durchgang stärker, doch vor Buchlohs Tor zögerten sie zu lange, und die deutsche Abwehr griff rechtzeitig ein. Hohmann traf nach 20 Minuten. Die Zeitung hatte schon am 2. September angemerkt, dass der Angriff gegenüber dem Norwegen-Spiel fast ganz ausgetauscht worden war. Vor Buchloh spielten Janes und Münzenberg, in der Läuferreihe Mehl, Rodzinski und Kitzinger.
Berlin, Essen und der zweite WM-Kader
Gegen Ende seiner Nationalelfkarriere zieht Buchloh nach Berlin. Die Wikipedia nennt 1937/38 als die Zeit, in der er an der Reichsakademie für Leibesübungen den Abschluss als Diplom-Sportlehrer macht und nebenher das Tor von Hertha BSC hütet, Olympedia lässt den Umzug schon nach den Olympischen Spielen beginnen. Am 19. Mai 1937, drei Tage nach der Geburtsstunde der Breslau-Elf, stand er in Berlin bei einem Testspiel einer Deutschlandauswahl gegen Manchester City im Tor (Wikipedia); niederländische Zeitungen meldeten am 21. Mai einen 3:2-Sieg der deutschen Elf und zeigten Fotos des Torwarts in Aktion. Für die WM 1938 in Frankreich steht er im Aufgebot, nach Schulze-Marmeling neben Jakob und Rudolf Raftl, spielt aber auch dort nicht. 1938 kehrt er nach Westdeutschland zurück und schließt sich Schwarz-Weiß Essen an. Am 16. Oktober 1938 debütiert er im Derby gegen Rot-Weiss Essen. Acht Spiele in Folge bleibt er ohne Gegentor. Die Wikipedia zählt für 1938/39 15 Meisterschaftsspiele mit neun Gegentoren. Die Mannschaft beendet die Gauliga Niederrhein mit 12 Siegen, 3 Remis und 3 Niederlagen und einem Torverhältnis von 52:13 auf Rang 2, zwei Punkte hinter Fortuna Düsseldorf. Am 22. Januar 1939 spielt er als Essener Spieler im Reichsbundpokal in Bamberg gegen Bayern noch einmal für den Niederrhein, es ist sein letztes Auswahlspiel. Ein Jahr später sind es bei Schwarz-Weiß nur noch drei Einsätze in 18 Meisterschaftsspielen mit drei Gegentoren.
Krieg, Island und die zweite Karriere
Zu den Kriegsjahren sind die Quellen knapp, und sie widersprechen sich. Die Wikipedia nennt unter Berufung auf das Bundesarchiv einen Eintritt in die NSDAP zum 1. Mai 1937 und nach der »Warschauer Zeitung« vom 14. Dezember 1943 eine Tätigkeit als Wehrmachtoffizier im Westdeutschen Spielverband. Beim Fronteinsatz habe er sich elf Knochenbrüche zugezogen und sei nach dem Krieg in Frankreich interniert gewesen; Olympedia nennt zwölf Brüche und spricht von einer Internierung als Zivilist.
Danach beginnt die zweite Laufbahn. Die deutschsprachige Wikipedia schreibt von einer Trainerstelle in Island schon vor dem Krieg, die englische von Víkingur 1939 bis 1940. Im Herbst 1948 kehrt er nach der Wikipedia nach Deutschland zurück, im Dezember folgt er nach Meldungen der »Süddeutschen Zeitung« dem erneuten Ruf Islands und zieht mit der Familie dorthin. Er gehört damit zu den ersten deutschen Trainern, die nach dem Krieg im Ausland arbeiten. Aus dieser Zeit stammt eine Anekdote, die er im Januar 1949 in einem isländischen Sportblatt erzählte und die die niederländische Zeitung De Vrije Pers am 26. Januar abdruckte: Bei einem Länderkampf gegen Norwegen gratulierte er einem der Zwillingssprinter Clausen zum neuen Rekord über 100 Meter, und der antwortete, er habe den falschen vor sich, es sei sein Bruder gewesen. Fünf Minuten später gratulierte Buchloh noch einmal dem Falschen, der ihm entgegnete, das habe er vor fünf Minuten schon versucht. Als Nationaltrainer führt ihn die RSSSF mit einem Spiel, dem 1:5 am 7. August 1949 gegen Dänemark. 1950 kehrt er nach Deutschland zurück und betreut als Verbandstrainer die Auswahl des Niederrheins. Mit ihr gewinnt er nach der Wikipedia 1951 den Länderpokal, 1952 verliert er das Finale gegen Bayern. Von 1952 bis 1954 trainiert er Schwarz-Weiß Essen in der Oberliga West, dann geht er in die Wirtschaft, vertritt eine große Industriefirma und gründet später eine eigene Firma als Zulieferer des Bergbaus.
Im Bund Deutscher Fußball-Lehrer, gegründet am 9. September 1957 in Duisburg, ist er Schatzmeister, mehr als zwanzig Jahre lang, und wird 1978 Ehrenmitglied. Auch im Präsidium der 1980 gegründeten Union Europäischer Fußball-Trainer sitzt er als zweiter Vizepräsident und Schatzmeister. Beim VfB Speldorf ist er leitend tätig und wird Ehrenvorsitzender. Fritz Buchloh stirbt am 22. Juli 1998 in Mülheim an der Ruhr, nach einer anderen Angabe am 24. Juli, und wird auf dem Hauptfriedhof beigesetzt. Die englische Wikipedia nennt ihn das letzte lebende Mitglied des deutschen WM-Kaders von 1934.
Fritz Buchloh auf einen Blick
Geboren: 26.11.1909 in Mülheim an der Ruhr
Gestorben: 22.7.1998 in Mülheim an der Ruhr (eine Quelle nennt den 24.7.)
Vereine: VfB Speldorf (bis 1937/38), Hertha BSC (1937/38), Schwarz-Weiß Essen (1938–1940)
Position: Torwart
Beruf: Stadtsekretär (Lexikon 1939), später Trainer, Vertreter einer Industriefirma, Unternehmer
Bilanz: 17 Länderspiele (11 Siege, 2 Unentschieden, 4 Niederlagen), keine Tore (1932–1936)
Turniere: Olympia 1936 (1 Einsatz), Kader bei den Weltmeisterschaften 1934 (auf Abruf) und 1938, jeweils ohne Einsatz
Als Trainer: Island (1949, ein Spiel), Auswahl Niederrhein (1950–), Schwarz-Weiß Essen (1952–1954)
Auswahlspiele: 25 für Westdeutschland, 18 für den Niederrhein, 3 für Berlin (Bitter, nach Wikipedia)
Länderspiele
- 04.12.1932 Deutschland – Niederlande 0:2 – Debüt
- 01.01.1933 Italien – Deutschland 3:1 – ab der 55. Minute für Hans Jakob
- 22.10.1933 Deutschland – Belgien 8:1
- 05.11.1933 Deutschland – Norwegen 2:2
- 11.03.1934 Luxemburg – Deutschland 1:9 – WM-Qualifikation
- 09.09.1934 Polen – Deutschland 2:5
- 07.10.1934 Dänemark – Deutschland 2:5
- 27.01.1935 Deutschland – Schweiz 4:0
- 17.02.1935 Niederlande – Deutschland 2:3
- 08.05.1935 Deutschland – Irland 3:1
- 12.05.1935 Deutschland – Spanien 1:2
- 30.06.1935 Schweden – Deutschland 3:1
- 25.08.1935 Deutschland – Rumänien 4:2
- 20.10.1935 Deutschland – Bulgarien 4:2
- 27.02.1936 Portugal – Deutschland 1:3 – bis zur 58. Minute, dann Hans Jakob
- 04.08.1936 Deutschland – Luxemburg 9:0 – Olympische Spiele, Achtelfinale
- 13.09.1936 Polen – Deutschland 1:1
Quellen
- Wikipedia: Fritz Buchloh
- Wikipedia (en): Fritz Buchloh
- Olympedia: Fritz Buchloh
- Wikipedia: VfB Speldorf, Gauliga Niederrhein 1938/39 und Olympische Sommerspiele 1936/Fußball
- Delpher (Koninklijke Bibliotheek): Haagsche Courant, 5. Dezember 1932, Het Volk, 18. Februar 1935, De Volkskrant, 25. Februar 1935, Nieuwe Haarlemsche Courant, 26. Februar 1935, Provinciale Overijsselsche en Zwolsche Courant, 13. Mai 1935, Nieuwsblad van het Noorden, 28. Februar 1936, De Volkskrant, 14. September 1936, De Nederlander, 21. Mai 1937, De Vrije Pers, 26. Januar 1949
- Darmstädter Tagblatt, 6. November 1933
- DFB-Datencenter: Fritz Buchloh, Spielerprofil
- RSSSF: Fritz Buchloh, International Appearances
- RSSSF: Trivia on Iceland's national coaches
- Die Deutschen Nationalspieler (1939), Verzeichnis
- Dietrich Schulze-Marmeling: Die Geschichte der Fußball-Nationalmannschaft (WM-Aufgebote 1934 und 1938)
- Darmstädter Tagblatt, 5. Dezember 1932
- Darmstädter Tagblatt, 2. Januar 1933
- Darmstädter Tagblatt, 23. Oktober 1933
- Darmstädter Tagblatt, 10. September 1934
- Darmstädter Tagblatt, 8. Oktober 1934
- Darmstädter Tagblatt, 28. Januar 1935
- Darmstädter Tagblatt, 18. Februar 1935
- Darmstädter Tagblatt, 9. Mai 1935
- Darmstädter Tagblatt, 13. Mai 1935
- Darmstädter Tagblatt, 21. Oktober 1935
- DFB-Datencenter: Niederlande – Deutschland 2:3 (17.2.1935)
- DFB-Datencenter: Portugal – Deutschland 1:3 (27.2.1936)
- Foto: Urheber unbekannt, via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)